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Myanmar

Allgemeines

Spätestens seit der brutalen Niederschlagung der friedlichen Proteste gegen die Erhöhung der Benzinpreise im September 2007 ist Myanmar auch einem weiteren Personenkreis bekannt. Leider ist das Militärregime noch immer an der Macht. Trotzdem ist Myanmar eine Reise wert (Vorsicht: Myanmar macht süchtig!). Das Land, in dem die Zeit scheinbar seit Jahrzehnten still steht, bietet neben goldenen Pagoden auf jedem Hügel, unzähligen Kulturschätzen und unberührten Naturlandschaften auch die wohl freundlichsten Menschen der Welt. Ich kenne niemanden, der nach einer Reise in dieses Land nicht fasziniert war. Allerdings sollte man für einen Besuch viel Zeit und Geduld mitbringen, vor allem wenn man als Individualreisender unterwegs ist. Dafür nimmt man unvergessliche Erlebnisse mit zurück.
Bei einer Reise sollte man auch darauf achten, dass das Militärregime nicht zu sehr davon profitiert. Ganz ausschließen lässt sich das zwar nicht, aber wer möglichst auf Inlandsflüge, (halb)staatliche Reiseagenturen und (halb)staatliche Hotels (das sind meist solche aus der oberen Preisklasse) verzichtet, lässt dem Militärregime so wenig wie möglich zukommen und unterstützt damit gleichzeitig die lokale Bevölkerung, die jeden Cent dringend gebrauchen kann. Myanmar zählt nämlich zu den ärmsten Ländern der Welt.

Verkehrsmittel

Busse Busse sind das am weitesten verbreite Verkehrsmittel und fahren meist einmal täglich in jede größere Stadt. Allerdings sollte man beachten, dass noch immer Regionen für Touristen off-limits sind. Die Busse sind meistens älter als 30 Jahre und die Straßenverhältnisse sind katastophal. So braucht man z.B. für die knapp 600km von Yangon nach Mandalay mit dem Bus ca. 15 Stunden, in den ländlicheren Gebieten muss man noch mehr Zeit einplanen. Busfahrten sind sehr anstrengend, meistens sind die Busse in der Nacht unterwegs, Schlaf ist wegen der durchgesessenen Sitze und der schlechten Straßenverhältnisse kaum möglich. (Reifen)pannen gehören zu jeder Busfahrt dazu, bis jetzt blieb ich davon bei keiner einzigen Busfahrt verschont. Je nach Entfernung und Qualität des Busses kosten die Tickets 1-8 €, Reservierung einen Tag im Voraus ist empfehlenswert.
Eisenbahn Myanmar hat ein recht weitverzweigtes Eisenbahnnetz, das größtenteils noch aus der Kolonialzeit stammt. Der Zustand gleicht jenem von Bussen und Straßen. Trotzdem halten sich Verspätungen einigermaßen in Grenzen. Ich persönlich reise lieber mit dem Zug, da man weitaus komfortabler wie im Bus reist und man die Menschen viel näher kennenlernt (insbesondere in der Holzklasse). Man hat die Wahl zwischen Holzklasse (Ordinary Class) und Polstersitzen (Upper Class), zwischen Yangon und Mandalay sowie Mandalay und Myitkyina verkehren auch Schlafwägen. Tickets bekommt man in allen Bahnhöfen, bezahlt werden muss immer in US-Dollar. Touristen zahlen grundsätzlich einen weitaus höheren Preis wie Einheimische, Tickets für die Holzklasse kosten 1-15$ (je nach Streckenlänge), für die Upper Class zahlt man ca. 2-3 mal soviel. Meist will man Touristen Tickets für die Upper Class verkaufen, wer aber freundlich und hartnäckig auf der Holzklasse besteht, bekommt meistens auch ein Ticker dafür.
Boote Da es in Myanmar auch viele Flüsse gibt, kann man Teilstrecken auch mit dem Boot zurücklegen. Auf einigen Strecken sind Schnellboote unterwegs, woanders kann man nur mit dem öffentlichen Boot reisen. Schnellboote verbinden meistens größere Städte miteinander und sind geeignet, größere Strecken möglichst schnell zu überbrücken. Dafür bekommt man kaum etwas von der Landschaft mit und hat recht wenig Kontakt zu Einheimischen. Öffentliche Boote tuckern dagegen langsam die Flüsse auf und ab und halten an fast jedem Dorf. Trotzdem ist es immer wieder ein Erlebnis, da auf den Booten fast alles transportiert wird, man viele Einheimische kennenlernt und wunderbar die Landschaft beobachten kann. Tickets bekommt man in den Häfen oder Agenturen, preislich liegen die Schnellboote zwischen 20 und 40$, Tickets fü öffentliche Boote bekommt man oft schon unter einem Dollar. Wer mehrere Tage mit dem öffentlichen Boot unterwegs ist, kann sich auch eine schäbige Kabine mieten, die aber oft schon mehr als 50$ kostet.
Flugzeug Mehr als 15 Städte werden durch Inlandsflüge verbunden, die meisten direkt vom Flughafen in Yangon. Von der Benutzung der staatlichen Linie Myanma Airways wird aus Sicherheitsgründen dringend abgeraten. Private Airlines wie Yangon Airways, Air Mandalay und Air Bagan haben dagegen recht moderne Propellermaschinen und im Ausland ausgebildete Piloten. Man sollte aber nicht vergessen, dass die privaten Airlines, insbesondere Air Bagan, sehr enge Beziehungen zum Militärregime unterhalten bzw. gar deren Angehörigen gehören. Tickets bekommt man in den Reisebüros, sie kosten zwischen 50 und 100$. Die Tickets sind meistens handgeschrieben, Flüge müssen ein bis drei Tage vor Abflug grundsätzlich rückbestätigt werden.
Sammeltaxi Erfahrene Asienreisende werden das Prinzip des Sammeltaxis kennen und schätzen gelernt haben. Sammeltaxis sind meistens Pick-Ups (es gibt auch Sammelbusse in Myanmar), die eine festgelegte Route fahren. In Myanmar sind das meist die Hauptstraßen, da die anderen Straßen selbst von Pick-Ups oft nicht befahren werden können. Sammeltaxi gabeln in Myanmar alles auf, was am Straßenrand steht (das sind nicht nur Menschen sondern auch Waren und Tiere) und lassen jeden da aussteigen, wo er schreit. Gerade in ländlichen Gegenden kann man auch längere Strecken nur mit Sammeltaxis zurücklegen. Bezahlt wird direkt beim Fahrer bzw. seinem Assistenten, die Kosten liegen je nach Strecke zwischen ein paar Cent und drei Euro.
Mopedtaxi Für Halbtages- oder Tagesexkursionen empfiehlt sich ein Mopedtaxi. Man mietet das Moped mit Fahrer und hat so gleich jemanden, der sich in der Gegend auskennt. Außerdem kann man mit dem Moped auch Wege befahren, auf denen kein Pick-Up vorankommt. Man sollte den Fahrer fragen, ob er einen Helm besorgen kann. Das Benzin muss man an den Schwarzmarkttankstellen selbst bezahlen, der Fahrer selbst sollte nicht mehr als 10€ pro Tag verlangen. Fahrer findet man meistens in den Guesthouses oder am Markt.
Taxi/Mietwagen Taxis gibt es nur in den Großstädten, der Preis ist immer Verhandlungssache. Ein Taxi vom Flughafen Yangon in die Innenstadt kostet 4-5€. Neben Taxis gibt es auch Mietwagen mit Fahrern, die einem auch komplette Rundreisen anbieten. Je nach Strecke und Alter des Fahrzeugs bezahlt man zwischen 70 und 100$ pro Tag.
Trishaw Trishaws (das sind Fahrräder mit Beiwagen) findet man fast überall. Sie eignen sich aber nur für Kurzstrecken, z.B. vom Busbahnhof zum Guesthouse/Hotel. Die Sitze sind nicht für die Länge und Breite von Europäern zugeschnitten. Je nach Strecke und Gepäckmenge kostet eine Trishaw zwischen ein paar Cent und einem Euro.

Geld

Bargeld In Myanmar gilt: "Nur Bares ist Wahres". Mit der einheimischen Währung Kyat kann man vor allem Essen und Bustickets bezahlen. Eisenbahntickets und Hotels/Guesthouses müssen dagegen meist mit US-Dollar bezahlt werden, auch Eintritt zu Tempeln muss meistens in $ bezahlt werden. Einige große Hotels nehmen inzwischen auch Euros, man sollte sich aber nicht darauf verlassen. US-Dollarscheine müssen neu und absolut unversehrt sein, andernfalls werden sie meistens nicht akzeptiert (ein kleiner Knick oder Fleck reicht schon), bei Euros ist das Aussehen nicht von Bedeutung. Man sollte genügend kleine Scheine dabei haben, da meistens kein Wechselgeld zurückgegeben werden kann. Zum Geldwechseln (siehe unten) sollte man dagegen große Scheine dabei haben.
Kreditkarten In Myanmar können aufgrund des Wirtschaftsembargos der USA und der EU keine Kreditkarten akzeptiert werden. Ein paar wenige Luxushotels akzeptiern Kreditkarten und rechnen dann über Thailand oder Singapur mit saftigen Aufschlägen ab. Aber auch sollte man sich nicht darauf verlassen. Travellers Cheques werden ebenfalls nicht akzeptiert!.
Geldautomaten In Myanmar gibt es keine Geldautomaten. Auch in den wenigen Banken bekommt weder gegen Kreditkarte noch gegen Traveller Cheques Bargeld. Daher ausreichend Bargeld mitbringen.
Geldwechsel Grundsätzlich ist Geldwechsel nur vor Ort in Myanmar möglich. Banken tauschen offiziell Geld, allerdings zu einem lächerlichen Kurs. Daher tauscht man am Besten auf dem Schwarzmarkt. Als Tourist wird man auf der Straße ständig angesprochen, trotzdem sollte man lieber in einem Laden, z.B. im Bogoyke Aung San Market in Yangon, tauschen, auch wenn die Wechselkurse ein bisschen schlechter wie auf der Straße sind. Im Hinterzimmer eines Geschäfts hat man genügend Zeit, um die Geldberge zu nachzuzählen und wird nicht beschissen.

My Favourites

Viele Besucher beschränken ihre Reise durch Myanmar auf die Top-Touristenziele Yangon, Inle-Lake, Mandalay und Bagan. Dabei gibt es abseits dieser Punkte noch viel schönere Ecken. Ein paar davon habe ich nachfolgend aufgelistet:

Shewdagon-Pagode Yangon Die Shewdagon-Pagode in Yangon ist eine der Hauptattraktionen Myanmars. Sie ist das wichtigste buddhistische Heiligtum Myanmars und allein schon die Höhe von knapp 100m sowie die über 20 Tonnen schwere Goldverkleidung ist schon atemberaubend. Morgens und abends strahlt die Pagode wunderschön, daher empfiehlt sich ein erster Besuch frühmorgens zwischen sechs und neun Uhr und ein zweiter Besuch abends von vier bis sieben Uhr.
Rundreise Westküste (Taunggok - Sittwe - Mrauk U) Diese Reise bietet einem fast alles. Unberührte Natur mit riesigen Mangrovenwäldern, Kulturschätze wie den Tempelruinen von Mrauk U und ein tiefen Einblick in das ländliche Leben Myanmars mit ganz wenigen Touristen. Für diese Reise sollte man mindestens sieben Tage einplanen, zehn sind empfehlenswert.
Man startet mit dem Bus in Yangon und fährt die Nacht hindurch nach Taunggok. Von diesem reizenden Städtchen mit vielen alten Holzhäusern und umgeben von Reisfeldern fährt mehrmals pro Woche das Malika-Schnellboot nach Sittwe. Am besten fragt man den Kapitän, ob man auf dem Gepäckdeck mitfahren kann. Von dort hat man einen viel besseren Blick auf die endlosen Mangrovenwälder. Das Argument, dass der Platz unten an Bord weiterverkauft werden kann, überzeugt. In Sittwe selbst gibt es nicht viel zu sehen, stattdessen sollte man eines der fast täglich verkehrenden öffentlichen Booten nach Mrauk U nehmen. Die gemütliche Fahrt mit Hunderten von Menschen und diversen Tieren an Bord ist schon ein Erlebnis.
In Mrauk U sollte man sich mindestens zwei Tage Zeit nehmen, um mit dem Fahrrad die Tempelruinen und Landschaft zu erkunden. Einen weitereren Ausflug kann man mit dem Boot in Richtung Chin-State unternehmen und dabei mehrere Dörfer besuchen. Einfach von Mrauk U mit dem Fahrrad 10km zum Fluss fahren, dort mit der Fähre in das gegenüberliegende Dorf übersetzen und dort ein Fischerboot mieten. Den Rückweg nach Yangon kann man verkürzen, indem man mit dem Fluzeug von Sittwe nach Yangon fliegt.
Sagaing Die meisten Touristen beschränken ihre Ausflüge rund um Mandalay auf Mingun und Amarapura (U Bein Bridge). Dabei ist Sagaing ein paar Kilometer flussabwärts viel schöner. Es gibt zahlreiche Klöster und Tempel, dafür viel weniger Touristen. Am besten steigt man auf einen der zahlreichen Hügel und genießt den Rundblick, der viel schöner wie vom Mandalay Hill ist.
Hsipaw Wer in Mandalay ist und ein bisschen Zeit hat, sollte einen mehrtägigen Abstecher nach Hsipaw in den Shan-Bergen einplanen. Das reizende Bergstädtchen erreicht man am besten mit dem Zug. Die spektakuläre Fahrt von Mandalay nach Hsipaw führt erst im Zick-Zack hinauf in das Bergland und dann über das beeindruckende Gokteik-Viadukt. Den besten Blick beim Berganstieg hat man auf der rechten Seite, das Gokteik-Viadukt sieht man jedoch besser von der linken Seite. Rund um Hsipaw gibt es schöne Wanderungen, den Sunset Point zum Sonnenuntergang sollte man auf gar keinen Fall verpassen.
Rundreise durch den Süden (Golden Rock - Hpa-An - Mawlamyaing) Diese Reise abseits der Touristenpfade gibt einem Einblicke in den tiefen buddhistischen Glauben der Menschen Myanmars, fürt in eine bizarre Felsenlandschaft und macht kolonialen Charme erlebbar. Mindestens sieben Tage sollte man sich für diese Reise Zeit nehmen, besser sind 9-10 Tage.
Von Yangon geht es per Bus oder Bahn nach Kyaikhto und von dort weiter zum Golden Rock. Vor allem im Dezember kann man dort wahre Heerscharen an Pilgern finden und einen herrlichen Sonnenuntergang genießen. Mit dem Sammeltaxi geht's dann weiter nach Hpa-An. Dort sollte man sich mehrere Tage Zeit nehmen, um die bizarre Felsenlandschaft zu genießen, die zahlreichen Höhlen zu erforschen und um einen der hohen Felsen (z.B. den Zwegabin) zu besteigen. Anschließend nimmt man den Bus oder das Boot nach Mawlamyaing. Dort erwartet einen eine Stadt, in der die Kolonialzeit noch immer lebendig zu sein scheint. Zudem sollte man die zahlreichen alten Tempel und Klöster besichtigen. So gibt einem das Queen Seindon Kloster mit seinen reichen Kulturschätzen einen Eindruck, wie der Glaspalast in Mandalay einst ausgesehen hat. Per Bus oder Bahn geht's dann zurück nach Yangon.
 
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